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Gab es im Mittelalter Märkte?

Im Frühmittelalter gab es in den Gebieten des heutigen Deutschlands fast keine richtigen Städte. Die Menschen lebten in kleinen Siedlungen auf dem Land und ernährten sich von den Erträgen ihrer Äcker und Weiden. Es war ein Leben von der Hand in den Mund. Nur wenige Menschen besaßen so viel, dass sie Handel treiben konnten. Alle übrigen verbrauchten selbst die wenigen Dinge, die sie  in die Finger bekamen. Für Mitmenschen blieb kaum etwas übrig. Wenn doch einmal ausnahmsweise so viel Besitz zusammenkam, dass ein kleiner Teil – für Geld oder im Tausch gegen andere Dinge – abgegeben werden konnte, dann gestaltete sich der Handel äußerst schwierig. Im Frühmittelalter gab es kaum Märkte, auf denen Waren zum Verkauf angeboten wurden.

Erst seit dem Hochmittelalter waren Märkte weit verbreitet. Sie waren die wirtschaftlichen Zentren einer ganzen Region. Anfangs gab es in den Städten nur einen einzigen Markt, auf dem die landwirtschaftlichen Erzeugnisse des Umlands verkauft wurden. Die Landwirtschaft hatte nun eine neue Methode entwickelt, mit der mehr Nahrung produziert werden konnte, als für den Eigenbedarf gebraucht wurde: die Dreifelderwirtschaft. Der Überschuss konnte auf den Märkten verkauft werden. Als die Städte wuchsen, bauten die Stadtherren neben dem großen Hauptmarkt kleinere Fachmärkte. Es gab Fischmärkte, Heumärkte, Pferdemärkte, Hopfenmärkte, Gänsemärkte und etliche mehr. Direkt neben den Fachmärkten errichteten Händler ihre Lagerhäuser. Mit dem Ausbau der Handelswege blühte auch der Fernhandel. So kam es nicht selten vor, dass man auf den Marktplätzen vielen verschiedenen Sprachen lauschen konnte.

Bevor im Mittelalter Markt abgehalten werden durfte, musste der Landesherr einer Ortschaft das Marktrecht verleihen. Das Marktrecht war oft Teil des Stadtrechts.

Haben so oder so ähnlich ausgesehen: Märkte im Mittelalter
Haben so oder so ähnlich ausgesehen: Märkte im Mittelalter

 

 

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