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Was bedeutet Gotik?

Als Gotik wird die kunstgeschichtliche Epoche des Hoch- und Spätmittelalters bezeichnet. Die Gotik begann in Frankreich und breitete sich in ganz Europa aus.

Die großartigsten gotischen Gebäude sind die himmelstürmenden Kathedralen. Die Erbauer wollten zeigen: Gott ist Licht! Die gotischen Gotteshäuser scheinen fast nur aus Fenstern mit spitzen Bögen zu bestehen. Bilderreiche Fensterscheiben tauchen das Innere der Kathedralen in buntschillerndes Licht. Auf den hohen, schlanken Wänden thront ein Kreuzrippengewölbe. Es scheint zu schweben, obwohl es in Wirklichkeit sehr schwer ist. Die fast zerbrechlich wirkenden Säulen tragen das Gewicht des Daches und sorgen dafür, dass den Besuchern die Decke nicht auf den Kopf fällt. Die Säulen werden dabei maßgeblich von zahlreichen Strebebögen unterstützt, die das Gewicht des Daches ableiten und zudem verhindern, dass die hohen Wände nach außen kippen. Das ist nicht nur praktisch und schlau, es sieht auch phantastisch aus.

Die Bezeichnung ‚gotisch‘ war ursprünglich als Schimpfwort gedacht. Ein italienischer Künstler aus späterer Zeit versuchte auf diese Weise, die Architektur des Mittelalters zu verspotten. In seinen Augen waren die mittelalterlichen Bauwerke rückständig und barbarisch – genau wie der germanische Stamm der Goten, der einst zum Untergang des römischen Reichs beigetragen hatte.

Die vergangenen 2.000 Jahren werden in eine ganze Reihe sich überlappender kunstgeschichtlicher Epochen eingeteilt, die sich in unterschiedlichen Baustilen zeigen. In chronologischer Reihenfolge: die Antike, die Romanik, die Gotik, die Renaissance, das Barock, der Klassizismus, der Historismus und die Moderne.

Der Kölner Dom mit Blick auf den Altar
Der Kölner Dom: Sinnbild für das Licht Gottes

 

 

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