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Was bedeutet Klassizismus?

Der Klassizismus ist eine kunstgeschichtliche Epoche, die sich in etwa von 1770 bis 1840 in den Werken von Architekten, Malern und Musikern niederschlug. Der Klassizismus war also gerade mal 70 Jahre lang angesagt. Das ist keine lange Ära – kürzer als ein durchschnittliches heutiges Menschenleben. Diese 70 Jahre hatten es aber in sich!

Im Jahre 1770 herrschten noch in weiten Teilen Europas absolutistische Fürstendie von ihren Residenzstädten aus in pompösen Barockschlössern nahezu uneingeschränkt Macht über ihre Untertanen ausübten. Der überwiegende Teil der Bevölkerung lebte auf dem Land und dachte wahrscheinlich nicht im Traum daran, dass sich dies jemals ändern könnte. Und doch kam es genau dazu. Nur 70 Jahre später, im Jahre 1840, war die industrielle Revolution bereits in vollem Gange. Die Städte und ihre Einwohnerschaften wuchsen sprunghaft an. Fabriken wurden aus dem Boden gestampft. Dampfmaschinen verrichteten schwere mechanische Arbeit. Eisenbahnen transportierten Menschen und Waren von A nach B.  Die meisten europäischen Fürsten verloren ihre absolute Macht. In Frankreich verloren sie sogar ihre Köpfe: 1789 tobte die französische Revolution.

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Die französische Revolution läutete auch das Ende der barocken Baukunst ein, die mit ihrem Prunk und mit ihrer verschwenderischen Pracht schmerzhaft an die alten Herrscher erinnerte. Nun war der Klassizismus angesagt. Der klassizistische Baustil erinnert mit seinen klaren Formen an griechisch-römische Vorbilder der Antike. Klassizistische Gebäude wirken vergleichsweise schlicht und sachlich. Sie passten daher bestens zur neuen Zeit. Spätestens mit den Kriegszügen und Eroberungen des selbsternannten französischen Kaisers Napoleon Bonaparte breitete sich der Klassizismus in ganz Europa aus. Ein herausragendes klassizistisches Bauwerk kann man in München besichtigen: die Glyptothek. Die Glyptothek sieht fast so aus wie ein römischer oder griechischer Tempel. Wie passend! Handelt es sich doch um ein Museum für Sammlungen aus dem antiken Rom und dem antiken Griechenland.

Die vergangenen 2.000 Jahren werden in eine ganze Reihe sich überlappender kunstgeschichtlicher Epochen eingeteilt, die sich in unterschiedlichen Baustilen zeigen. In chronologischer Reihenfolge:  die Antike, die Romanik, die Gotik, die Renaissance, das Barock, der Klassizismus, der Historismus und die Moderne.

Typisch Klassizismus: die Glyptothek in München
Typisch Klassizismus: die Glyptothek in München

 

 

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