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Was bedeutet Renaissance?

Johannes Gutenberg hatte den modernen Buchdruck erfunden; Christoph Kolumbus Amerika entdeckt; Martin Luther die Autorität des Papstes infrage gestellt. Das Mittelalter fand im 16. Jahrhundert sein Ende: Die alte Ordnung war reichlich durcheinander geraten.

Zu Beginn der frühen Neuzeit sehnten sich führende Denker und Künstler in eine Zeit zurück, in der aus ihrer Sicht die Welt noch in Ordnung gewesen war: ins alte Rom und ins alte Griechenland. Die kulturellen Leistungen der Antike sollten nach dem Ende des Mittelalters „wiedergeboren“ werden. Deshalb nennt man die erste kunstgeschichtliche Epoche der Neuzeit „Renaissance“ (italienisch: rinascita = Wiedergeburt).

Auch die Renaissancearchitektur erinnert an antike griechische und römische Vorbilder – oder zumindest an überkommene Gebäude, die Zeitgenossen für antik hielten, auch wenn sie tatsächlich romanisch waren. Die Renaissance hinterließ vor allem in Südeuropa ihre Spuren; hauptsächlich in Italien, in dem vollständige Renaissancestädte gebaut wurden. In den Gebieten des heutigen Deutschlands – mit weniger ‚antiken‘ Überresten – ließ die Renaissance dagegen deutlich länger auf sich warten. Dort herrschte Anfang des 16. Jahrhunderts noch die Gotik mit Kreuzgewölben und Spitzbögen vor. Doch in angepasster Form schaffte es der neue Baustil auch über die Alpen und hinterließ beeindruckende Zeugnisse frühneuzeitlicher Architektur; zum Beispiel das Rathaus von Augsburg in Bayern.

Die vergangenen 2.000 Jahren werden in eine ganze Reihe sich überlappender kunstgeschichtlicher Epochen eingeteilt, die sich in unterschiedlichen Baustilen zeigen. In chronologischer Reihenfolge: die Antike, die Romanik, die Gotik, die Renaissance, das Barock, der Klassizismus, der Historismus und die Moderne.

Eine typische Renaissancestadt: Bologna in Italien
Eine typische Renaissancestadt: Bologna in Italien
Echt Renaissance: das Rathaus von Augsburg
Einer der größten Renaissancebauten nördlich der Alpen: das Rathaus von Augsburg

 

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