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Was bedeutet Stadtrecht?

Wenn ein Dorf im Mittelalter eine Stadt werden wollte, dann musste es vom Landesherrn die Erlaubnis dazu einholen. Der Landesherr konnte zum Beispiel der König oder ein Fürst sein. Die Verleihung des Stadtrechts beinhaltete für die Bürger einige Privilegien: sie durften Dinge unternehmen, die vorher verboten gewesen waren.

Wie so oft in der Geschichte, so drehte sich auch beim Stadtrecht vieles ums liebe Geld. Wenn ein Dorf zur Stadt erhoben worden war, dann konnten dort Märkte stattfinden, auf denen Händler ihre Waren feilboten. Am Verkauf verdienten die frischgebackenen Städte tüchtig mit, denn das Stadtrecht erlaubte es den Ortschaften auch, Zölle einzutreiben. Kaufleute mussten tief in die Tasche greifen, wenn sie ihre Waren auf dem Markt verkaufen wollten. Wenn Handelswege durch eine Stadt hindurchführten, wurden ebenfalls Abgaben fällig.

Sobald eine Stadt zu Wohlstand oder sogar zu Reichtum gekommen war, musste sie sich vor Überfällen in Acht nehmen. Zum Stadtrecht gehörte deshalb auch meist ein Befestigungsrecht. Durch das Befestigungsrecht erhielt eine Ortschaft die Erlaubnis, sich mit einer Stadtmauer vor Feinden zu schützen.

Wenn einer Ortschaft das Stadtrecht zugesprochen wurde, dann galten nicht mehr nur die Gesetze des Landesherrn, sondern auch die Gesetze der Stadtherren. Stadtherren konnten Adelige, Bischöfe oder Stadträte aus Gilden oder Zünften sein. Die Stadtherren hielten Gericht ab und sprachen Recht über die Stadtbürger. In den Städten hatten die Menschen mehr Rechte und Freiheiten als ihre Zeitgenossen auf dem Land. Unfreie Bauern und Leibeigene konnten aber in der Stadt zu freien Bürgern werden: „Stadtluft macht frei“, hieß es deshalb.

Zeichen des Stadtrechts: die Rolandstatue in Bremen
Zeichen des Stadtrechts: die Rolandstatue in Bremen

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