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Was heißt magdeburgisieren?

Im Dreißigjährigen Krieg stellte sich die protestantische Stadt Magdeburg gegen den katholischen Kaiser. Der Kaiser sandte daraufhin seine Truppen nach Magdeburg, um die Stadt zu belagern. Da sich die Magdeburger ihren Feinden nicht ergaben, rückten die kaiserlichen Truppen am 10. Mai 1631 vor und nahmen die Stadt innerhalb eines einzigen Tages ein. Während der Kämpfe gerieten die Soldaten des Kaisers in einen wahren Blutrausch. Am Ende dieses furchtbaren Tages waren 20.000 Kinder, Frauen und Männer tot. Etwa 3.000 Magdeburger überlebten das Gemetzel, indem sie sich in den Dom retteten. Die Überlebenden erkannten ihre Stadt wahrscheinlich nicht wieder, als sie aus der Pforte des Gotteshauses traten. Magdeburg lag in Trümmern!

Die Verwüstung der Stadt Magdeburg und die Ermordung ihrer Einwohner entsetzte selbst die vom Dreißigjährigen Krieg verrohten Menschen. Sie fand Eingang in den deutschen Wortschatz. Wenn eine Stadt vollständig zerstört und ausgelöscht wurde, dann wurde sie ‚magdeburgisiert‘.

Blieb von den Verheerungen des 30-jährigen Krieges verschont: der magdeburger Dom
Blieb von den Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges verschont: der Magdeburger Dom

 

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