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Was ist Dreifelderwirtschaft?

Ackerboden muss sich nach der Ernte erholen und neue Nährstoffe anreichern, denn sonst fällt die nächste Ernte auf dem ausgelaugten Boden weniger ertragreich aus.

Im Hochmittelalter entwickelten die Bauern eine wirksame Methode, um ihre Ackerböden ertragreicher zu nutzen: die Dreifelderwirtschaft. Wie der Name sagt, teilten die Bauern ihre Äcker in drei Felder ein. Auf dem ersten Feld wurde Wintergetreide ausgesät. Auf dem zweiten wuchs Sommergetreide. Das dritte Feld ließen die Bauern brach liegen. Im Herbst säten sie auf dem bisherigen Brachfeld Wintergetreide und auf dem bisherigen Wintergetreidefeld Sommergetreide aus. Das bisherige Sommergetreidefeld ließen sie brach liegen, damit sich der Boden erholen konnte. Mithilfe der Dreifelderwirtschaft erwirtschafteten die Bauern mehr Getreide als jemals zuvor.

Die Dreifelderwirtschaft hatte großen Einfluss auf die Entwicklung der Städte. Denn von nun an wurde auf dem Land so viel Getreide, Obst und Gemüse geerntet, dass die Überschüsse auf den Märkten verkauft werden konnten. Die Stadtbevölkerung musste sich nicht mehr selbst um den Nahrungsmittelanbau kümmern und fand stattdessen genügend Zeit für andere Tätigkeiten. Es entstanden neue Berufe. Vor allem das Handwerk blühte in den Städten auf. Da mehr Menschen ernährt werden konnten als zuvor, wuchs die Bevölkerung rasch an. Die Städte wurden dementsprechend ebenfalls größer. Es wurden mehr neue Ortschaften gegründet als in jeder vorhergehenden Epoche der Menschheitsgeschichte.

Mühsam: Landwirtschaft im Hochmittelalter
Mühsam: Landwirtschaft im Hochmittelalter

 

 

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