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Was ist ein Römerkastell?

Römische Militärlager nennt man Kastelle. Die Größe der Kastelle konnte sehr unterschiedlich sein. In den kleinsten Lagern lebten nur 12 Männer, meist in einfachen Baracken. Die größten Exemplare beherbergten dagegen über 1.000 Legionäre. Dort gab es Bäder, Latrinen (Toiletten), Getreidespeicher und Ställe für die Pferde. Sogar für fließendes Wasser war vielerorts gesorgt, indem es über Aquädukte herbeigeschafft wurde.

Kastelle befanden sich in der Regel nahe der Reichsgrenze und mussten sich gegen Überfälle aus dem Feindesland absichern. Der Limes allein bot keinen ausreichenden Schutz. Rund um ein Kastell errichteten die Legionäre deshalb Wälle, Erdgräben und Befestigungen aus Stein oder Holz.

In der Nähe großer Kastelle gründeten Händler und Handwerker eigene Siedlungen. Das war ziemlich schlau. Schließlich ließ sich mit den Legionären eine Menge Geld verdienen. In den Kastellsiedlungen lebten auch die Familien der Legionäre. Zwar durften Legionäre nicht heiraten, doch nahmen es vermutlich etliche mit diesem Verbot nicht so genau und vermählten sich heimlich trotzdem.

Aus einigen großen Römerkastellen und deren Vororten entstanden Städte, die es im Mittelalter zu Macht und Reichtum brachten. Regensburg im Bundesland Bayern ist ein Beispiel dafür.

Gegen Feinde gut gewappnet: römische Kastelle
Gegen Feinde gut gerüstet: römische Kastelle
Eingang zum römischen Kastell Welzheim
Eingang zum römischen Kastell Welzheim
Eine von vielen römischen Stadtgründungen: Regensburg
Entstand aus einem Römerkastell: Regensburg in Bayern

 

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