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Was ist eine Residenzstadt?

Eine Residenzstadt ist eine Stadt, die sich ein Herrscher zum Wohn- und Regierungssitz erwählt hat (lateinisch: residere = sich setzen).

Herrscher lebten nicht immer schon in Städten. Im Mittelalter zogen Kaiser und Könige umher, um die Beherrschten von verschiedenen Höfen, den Pfalzen, aus zu kontrollieren. Erst in der frühen Neuzeit gaben sie das Reisekönigtum auf und ließen sich mit Sack und Pack in größeren Ortschaften nieder. Aus einer gewöhnlichen Ortschaft wurde eine Residenzstadt. Seitdem suchten die Untertanen ihre Herrscher auf – nicht mehr umgekehrt.

Bis ins 17. Jahrhundert residierten die Herrscher in Palästen, die sich innerhalb der Stadtmauern befanden. Die Stadtmauern waren notwendig, denn die Zeiten waren unruhig und kriegerisch. Innerhalb des Mauerrings ging es ziemlich beengt zu. Selbst für königliche und kaiserliche Herrschaftssitze gab es nicht allzu viel Platz. Die Stadtschlösser fielen daher vergleichsweise bescheiden aus.

Im 18. Jahrhundert brachen friedlichere Zeiten an. Das erlaubte den Herrschern, vor die Mauern der Städte zu ziehen. Dort entstanden mächtige Barockschlösser mit prachtvollen Parks und Gärten. Einige Herrscher gründeten neue Residenzstädte, die nicht selten ihren Namen bekamen. Dazu gehören Ludwigsburg und Karlsruhe. In die alten Stadtschlösser zogen neue Bewohner ein – etwa Angehörige des ländlichen Kleinadels, die ihrem Herrscher nahe sein wollten. In großen Residenzstädten fand sich aber nicht nur das Who’s Who des Adels ein. Dort versammelten sich auch die großen Denker und Künstler ihrer Zeit.

Macht eine Stadt zur Residenzstadt: der Fürst
Wohn- und Regierungssitz des Königs: die Residenzstadt

 

 

 

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