zurück

Was ist eine Schifffahrtsstraße?

Seit dem 19. Jahrhundert wurden Flüsse nach und nach zu Schifffahrtsstraßen ausgebaut. Schifffahrtsstraßen haben ein künstliches Flussbett und verlaufen tiefer als natürliche Wasserläufe. Das erlaubt auch großen Schiffen, auf ihnen zu fahren. Die Schiffbarkeit eines Flusses ist für Fabriken in den Städten bis heute ein entscheidender Faktor, da ein Großteil der Fracht auf dem Wasserweg transportiert wird.

Eine Schifffahrtsstraße weist deutlich weniger Biegungen und Windungen auf als ein natürlicher Fluss. Ein gerader Flusslauf ist für Kapitäne zweckmäßig, weil sie ihre Kähne ohne großen Aufwand ans Ziel manövrieren können. Naturschützer dagegen warnen vor zu massiven Eingriffen. Denn Flussbegradigungen vernichten die Lebensräume zahlreicher Tiere und Pflanzen, die an Ufern und in Auen beheimatet sind. Auch Anwohner spüren die Auswirkungen schnurgerader Ströme bisweilen unmittelbar: als Flusshochwasser! Flüsse fließen in kanalisierten Flussbetten sehr schnell; das Wasser verliert zudem Ausweichflächen. Überschwemmungen können dadurch kaum kontrolliert werden.

Schifffahrtsstraßen werden auch an Stellen gebaut, an denen von Natur aus gar kein Wasser fließt. Der bekannteste künstliche Wasserweg in Deutschland ist der Nord-Ostsee-Kanal. Auf einer Länge von ungefähr 100 Kilometern verbindet er, wie der Name verrät, die Nordsee mit der Ostsee. Die Abkürzung erspart jährlich über 30.000 Schiffen den umständlichen Umweg über die Spitze Dänemarks. Damit ist der Nord-Ostsee-Kanal die am meisten befahrene künstliche Wasserstraße der Welt.

Eine Schifffahrtsstraße: der Nord-Ostsee-Kanal
Eine Schifffahrtsstraße: der Nord-Ostsee-Kanal

 

banner_stadtgeschichtchen_artikelseite_groß