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Was sind mittelalterliche Klöster?

Im Mittelalter wurden in vielen Gegenden Europas Klöster gegründet. Dort taten sich Menschen zusammen, die ihr Leben vollkommen in den Dienst Gottes stellen wollten: Mönche und Nonnen. Allerdings waren nicht alle Klosterbewohner gleichermaßen fromm. So manch einer trat ins Kloster ein, weil er vom Leben draußen nicht allzu viel zu erwarten hatte. Das waren zum Beispiel zweit- oder drittgeborene Söhne, die vom elterlichen Erbe ausgeschlossen waren, oder Frauen, die auf diese Weise einer sonst fast unausweichlichen Ehe entkamen. Der Klosteralltag bestand aus einem regelmäßigen Ablauf von Arbeit und Gebet, der in den jeweiligen Ordensregeln festgelegt war. Damit sorgten die Mönche und Nonnen für ihr eigenes Seelenheil und für das ihrer Anvertrauten.

Klöster konnten Zentren der Kunst und der Wissenschaft sein. Tatsächlich gab es im Mittelalter kaum andere Orte, an denen sich Künstler und Denker treffen konnten, um ihr Wissen weiterzugeben und ihr Können unter Beweis zu stellen. Auch die einfachen Mönche und Nonnen lernten in der Klosterschule Lesen, Schreiben, Rechnen, Musik, die lateinische Sprache, Theologie und Geometrie. Die Klosterschüler wurden nach ihrer persönlichen Begabung gefördert. Wer schön schreiben konnte, der kopierte wertvolle Schriften für die Klosterbibliothek. Wer einen grünen Daumen besaß, der kümmerte sich um den Klostergarten. Wer sich durch eine große Barmherzigkeit auszeichnete, der pflegte die Armen und Kranken. Und wer ganz besonders clever war, der durfte an der Universität studieren.

Das mittelalterliche Kloster von Maulbronn
Das mittelalterliche Kloster von Maulbronn

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