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Was sind Zünfte?

Im Laufe des Mittelalters entstanden zahlreiche Berufe, da sich die Menschen in ihren Tätigkeiten immer mehr spezialisierten. Das Handwerk erlebte eine Blütezeit. Die Handwerker schlossen sich zu Zünften zusammen, um ihre Interessen besser durchsetzen zu können; frei nach dem Motto: „Gemeinsam sind wir stark.“ Es gab Bäckerzünfte, Weberzünfte, Tuchmacherzünfte, Fischerzünfte, Dachdeckerzünfte und noch etliche Zünfte mehr. Jede einzelne Zunft besaß ein eigenes Wappen als Erkennungszeichen: das Zunftzeichen.

Im hohen Mittelalter durfte als Handwerker nur arbeiten, wer einer Zunft angehörte. Da hätte ja sonst jeder Möchtegern kommen und mit billigem Ramsch die Preise verderben können. Die Zunftordnung bestimmte die Preise, Qualitätsstandards und gute Sitten – und erstmals die Art der Hilfe im Falle eines Unglücks, also bei Krankheit oder nach einem Unfall.

Am Ende des Mittelalters besaßen manche Zünfte großen politischen Einfluss. Zünfte regierten sogar einige Städte. Noch mehr Einfluss gewann allerdings ein anderer Berufszweig: die Kaufleute. Auch Kaufleute hatten sich in den Städten verbündet und in Gilden zusammengeschlossen. Eine höchst erfolgreiche Gilde gründeten Fernhandelskaufleute im Norden Deutschlands: die Hanse.

Goldene Zunftzeichen verzieren einen Fensterbogen
Goldene Zunftzeichen verzieren einen Fensterbogen

 

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