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Woher haben Städte ihre Namen?

Die ältesten uns bekannten Namen deutscher Städte gehen auf die Römer zurück. Manchmal wurde ein römischer Stadtname sogar eins zu eins in die deutsche Sprache übersetzt. Das ist etwa bei der Stadt Regensburg der Fall, die in der Antike Castra Regina hieß – also Kastell (oder Burg) am Fluss Regen. Die meisten Ortschaften werden allerdings erst in mittelalterlichen Urkunden namentlich erwähnt; zum Beispiel, wenn eine Siedlung vom König das Stadtrecht erhielt, oder wenn sie den Besitzer wechselte.

Am häufigsten führen deutsche Städtenamen ihren Ursprung auf germanische Sprachen und Dialekte zurück. Stellt euch vor, ihr würdet in einer Zeit leben, in der Ortschaften keine Namen tragen. Wenn ihr erklären wolltet, woher ihr stammt, dann würdet ihr schlicht die Gegend beschreiben. Vielleicht wärt ihr im ‚Stein Tal‘ zuhause. Das heißt auf altsächsisch ‚sten dal‘. Schlichte Ortsbeschreibungen wurden im Laufe des Mittelalters zu verbindlichen Stadtnamen. So erhielt beispielsweise die Stadt Stendal ihren Namen, das Steintal im Bundesland Sachsen-Anhalt.

Stadtnamen können sich auch auf viele andere Ursprünge zurückführen: Bauwerke wie Burgen (Hamburg), Brunnen (Heilbronn) und Brücken (Osnabrück); Volksgruppen wie die Juden (Judenburg) oder Sachsen (Sachsenhausen); Berufsgruppen wie Fischer (Fischerstadt) und Schiffer (Schifferstadt); Tiere wie Biber (Biberach) und Pflanzen wie Eschen (Eschede); Stifter und Stadtgründer wie Markgraf Karl Wilhelm (Karlsruhe) und Herzog  Eberhard Ludwig (Ludwigsburg).

Auch heute werden noch Namen für Ortschaften kreiert. Es kann vorkommen, dass eine Zeitung ihre Leser dazu aufruft, Namensvorschläge für ein Neubaugebiet einzureichen. Ganz schön spannend, wenn man bedenkt, dass ein selbst ausgedachter Stadtname noch in Jahrhunderten in aller Munde sein könnte.

Gab der Stadt Biberach ihren Namen: der Biberbach
Gab der Stadt Biberach ihren Namen: der Biberbach

 

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