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Was heißt Gentrifizierung?

In einigen Stadtteilen sind die Mieten ungemein niedrig, weil sich etliche Wohngebäude in einem miserablen Zustand befinden. Die Vernachlässigung kann daran liegen, dass es überdurchschnittlich viele Sozialwohnungen gibt oder die Nachbarschaft einen schlechten Ruf hat. Dann wohnen dort überwiegend Menschen, die nicht allzu viel Geld besitzen.

Manchmal kommt es vor, dass solch ein vernachlässigtes Stadtviertel an Beliebtheit gewinnt. Das geschieht zum Beispiel dann, wenn sich dort interessante Bars, Theater oder Galerien niederlassen, und sich ein hippes Nachtleben entwickelt. Plötzlich ist das Viertel ‚in‘. Zahlungskräftige Leute ziehen von außerhalb in die Nachbarschaft. Anfangs gibt es noch genügend Wohnungen für alle – für die reicheren Zugezogenen und die ärmeren Alteingesessenen. Im Laufe der Zeit wird der freie Wohnraum aber immer knapper. Die Mieten steigen in die Höhe. Wenn die Mieten teurer werden, dann müssen die meisten Alteingesessenen aus dem Stadtteil wegziehen, weil sie die Wohnkosten nicht mehr zahlen können. Übrig bleiben die Zugezogenen, die den Stadtteil nach ihren Vorstellungen verändern. Die Häuser werden saniert und wechseln häufig den Besitzer. Auch die Einkaufsläden, Bars und Cafés passen sich den Bedürfnissen der Zugezogenen an.

Die Stadtplaner fassen diesen komplizierten Prozess in einem Wort zusammen: Gentrifizierung. Eine Gentrifizierung verläuft nicht immer friedlich. Manchmal wehren sich die Alteingesessenen gegen die Verdrängung durch die Zugezogenen. Sie organisieren Demonstrationen oder besetzen Häuser. Manchmal werden sogar Autos auf der Straße angezündet, um das Stadtviertel mit Gewalt weniger attraktiv zu machen.

 

Protest gegen Gentrifizierung: ein Graffiti in Berlin
Protest gegen Gentrifizierung: ein Graffiti in Berlin

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