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Was heißt Urbanisierung?

Der Begriff Urbanisierung stammt vom lateinischen Wort urbs. Urbs heißt Stadt. Urbanisierung könnt ihr deshalb ohne Weiteres durch den deutschen Begriff ‚Verstädterung‘ ersetzen.

Wenn eine Region verstädtert, dann geben große Teile der Bevölkerung das Landleben auf, um in eine Stadt zu ziehen. Manchmal vollzieht sich die Umsiedlung der Landbevölkerung in die Stadt so schnell, dass man von einer regelrechten Landflucht spricht. Solch eine Landflucht erlebte Deutschland im 19. Jahrhundert – zur Zeit der Industriellen Revolution. Nicht nur der Lebensmittelpunkt unzähliger Menschen verlagerte sich vom Land in die Stadt. Gleichzeitig wuchs die Bevölkerung sprunghaft an: von 41 Millionen im Jahre 1871 auf 65 Millionen im Jahre 1910. In diesem Zeitraum stieg die Anzahl der deutschen Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern von 8 auf stolze 48.

Auch heute noch findet eine Verstädterung in Deutschland statt. Sie vollzieht sich jedoch wesentlich langsamer als in der Vergangenheit. Zum einen, weil die meisten Deutschen sowieso schon in der Stadt leben. Zum anderen, weil sich die Lebensweise auf dem Land nicht mehr so fundamental von der in der Stadt unterscheidet. In etlichen anderen Teilen der Welt ist die Verstädterung dagegen noch in vollem Gange. Rasant wachsen Städte in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Meist verursacht Not auf dem Land die Landflucht und Verstädterung. Not zwingt Menschen zur Aufgabe ihres bisherigen Lebens und zur Suche nach neuen Möglichkeiten in der Stadt. Manchmal gibt es auf dem Land nicht mehr genug Arbeit. Manchmal ist sich die Landbevölkerung ihres Lebens nicht mehr sicher und sucht Schutz in der Stadt – etwa in einem Bürgerkrieg. Eine Ausnahme stellt die Urbanisierung in China dar. Dort ist die Verstädterung politisch gewünscht und wird gefördert.

Wohl geordnet dank Stadtplanern: die Innenstadt von Stuttgart
Für die meisten Menschen in Deutschland Normalität: das Leben in der Stadt

 

 

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