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Warum spaltet und vereint der Fußball die Städte in Brasilien?

Die brasilianische Fußballelf gehört zu den besten Teams der Welt. Diesen Erfolg verdankt Brasilien vor allem seinen dunkelhäutigen Kickern. Bittererweise wurden die Nachfahren afrikanischer Sklaven eine Zeitlang aus der Nationalmannschaft ausgeschlossen – einzig ihrer Hautfarbe wegen. Als Folge blieben die Titel aus – und die Fußballfans protestierten energisch. Der Erfolg kam erst zurück, als dunkelhäutige Spieler wieder antreten durften. Heute vereint die Begeisterung für den Fußball Brasilianer aller Hautfarben – sowohl im Jubel nach einem herrlichen Sieg als auch beim Katzenjammer nach einer deftigen Niederlage.

In den brasilianischen Großstädten gehören riesige Fußballstadien zum Stadtbild. Seit der Fußballweltmeisterschaft im Jahre 2014 gilt das noch mehr. Für die Sportstätten der WM wurden riesige Flächen neu bebaut. Zum Teil lebten auf diesen Bauflächen aber bereits seit langem Menschen, arme Menschen – Favelabewohner! Als Männer der Stadtverwaltung mit schwarzen Zahlen die Wände der einfachen Häuschen markierten, da ahnten die Favelistas nichts Gutes. Als dann später Bagger anrückten, um die markierten Gebäude niederzureißen, da war ihr Zuhause endgültig verloren. Kaum ein Fußballfan denkt seither daran, dass in den Fußballstadien Brasiliens auf Kosten vieler vertriebener Favelabewohner gejubelt wird. 

Das Maracana Fußballstadion in Rio de Janeiro
Das weltberühmte Maracana Fußballstadion in Rio de Janeiro

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