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Was ist eine Favela?

Als Favelas bezeichnet man die Elendsviertel in Brasilien. Die ersten Favelas entstanden bereits im Jahre 1888. Nachdem die Sklaverei in Brasilien verboten wurde, siedelten sich viele befreite Sklaven am Rande der großen Städte an. Ihren Namen erhielten die Favelas aber erst Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts.

Die Bebauung der Favelas folgt keinem systematischen Plan.Wenn eine neue Favela entsteht, dann zimmern die ersten Siedler Hütten aus alten Brettern, Blechkanistern und Schrott zusammen. Meistens stehen die Behausungen kreuz und quer durcheinander. Mit der Zeit werden die Bretterbuden durch stabilere Baracken aus Backsteinen ersetzt – sofern die Stadtverwaltung die Favelabewohner nicht bereits vertrieben hat. Das kann ohne Weiteres passieren. Schließlich haben die Menschen auf Grund und Boden gebaut, der ihnen nicht gehört. Wenn aber eine Favela eine gewisse Größe erreicht hat, dann wird sie in der Regel von der Stadtverwaltung akzeptiert. Die Bewohner werden dann an das öffentliche Strom- und Wassernetz angebunden. Es entstehen ordentliche Schulen, Gesundheitszentren und Polizeistationen. In Rio de Janeiro wurde sogar eine Seilbahn gebaut, die einige Favelas mit dem Stadtzentrum verbindet.

Favelas entstehen nicht immer ohne Erlaubnis der Stadtverwaltung. In den Großstädten Brasiliens gibt es eine ganze Reihe staatlich geplanter Viertel, die mit der Zeit verelendet sind und zu Favelas wurden. Dort leisteten die Stadtplaner keine gute Arbeit.

Am Hang gebaut: eine Favela im brasilianischen Belo Horizonte
Eine Favela im brasilianischen Belo Horizonte

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