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Wie sieht ein armer Vorort von Kairo aus?

Stadtplaner und Architekten würden sich beim Anblick mancher Baugebiete im ägyptischen Kairo wahrscheinlich die Haare raufen. In den armen Vororten der Millionenstadt bauen die Leute wo, wie und so hoch es ihnen gerade passt. Die Stadtverwaltung mischt sich in die Entwicklung dieser wenig beachteten Stadtteile nur selten ein. Immerhin gibt es beinahe überall feste Straßen und die meisten Häuser sind sogar an das Strom- und Trinkwassernetz angeschlossen. Aber die Abwässer stinken erbärmlich. Von einer Kanalisation können die Einwohner dort nur träumen. Die faulige Brühe steht hin und wieder so hoch, dass man sich in den unteren Stockwerken der Häuser nicht mehr aufhalten kann.

Viele Häuser sehen irgendwie unfertig aus. Ihre Wände sind nicht verputzt. Ein richtiges Dach sucht man oft vergebens. Für die ‚unfertige‘ Erscheinung gibt es aber einen guten Grund. Auf bestehende Wohngebäude werden immer wieder neue Stockwerk aus Backsteinen gebaut, wenn die Anzahl der Hausbewohner wächst. Übrigens waren die Ziegel der Hausmauern früher meist aus Lehm, den Bauarbeiter vom Ufer des Nils abtrugen. Heutzutage ist das aber streng verboten! Lehm bildet einen sehr fruchtbaren Boden – und fruchtbarer Boden ist in der Sahara genau so knapp wie Wüstenwasser.

Ein ärmerer Stadtteil in der ägyptischen Hauptstadt Kairo
Ein ärmerer Vorort der ägyptischen Hauptstadt Kairo

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